Vom Geburtshaus Delphys ins Triemli – und zurück
"Es fiel mir nicht leicht, diesen besonderen Geburtsort zu verlassen, und ein Gefühl von Wehmut begleitete mich."

Unsere Geburtsreise begann im Geburtshaus Delphys. In der Schwangerschaftswoche 41 + 6 setzten – nach dem letzten Kontrolltermin im Delphys und einen Tag vor der geplanten Einleitung im Triemli Spital – gegen 18 Uhr endlich die lang ersehnten Wehen ein.

Nach rund fünf Stunden intensiver, regelmässiger Wehen zu Hause entschieden wir uns, ins Geburtshaus zu fahren. Dort setzte sich die Geburt in einer ruhigen, geschützten Atmosphäre fort. Ich verbrachte viele Stunden im warmen Wasser des Pools, begleitet von einer liebevollen und sehr achtsamen Delphys-Hebamme. In regelmässigen Abständen wurden sowohl ich als auch unser Baby sorgfältig kontrolliert.

Nach weiteren neun Stunden intensiver Wehen liessen meine Kräfte allmählich nach. Bei einer erneuten Untersuchung zeigte sich, dass unser Baby noch nicht in der optimalen Geburtsposition war. Sein Köpfchen schien noch auf der Suche nach dem richtigen Weg zu sein und drehte sich während dieser Phase in die sogenannte „Sterngucker-Position“. Dadurch konnten die Wehen ihre gewünschte Wirkung nicht vollständig entfalten.
Nach weiteren zwei Stunden entschieden wir uns für einen Transfer ins Triemli. Eine PDA sollte mir Entlastung verschaffen und gleichzeitig dazu beitragen, dass sich unser Baby in eine günstigere Position drehen kann.

Gemeinsam mit der Hebamme aus dem Delphys machten wir uns auf den Weg ins Spital. Es fiel mir nicht leicht, diesen besonderen Geburtsort zu verlassen, und ein Gefühl von Wehmut begleitete mich. Gleichzeitig war ich nach rund 16 Stunden Wehen dankbar für die Aussicht auf Schmerzlinderung und eine kurze Verschnaufpause.

Im Triemli wurden wir herzlich empfangen. Die betreuende Hebamme vermittelte uns von Beginn an ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und blieb während der gesamten Zeit eng an unserer Seite.

Nach dem Legen der PDA spürte ich bald Veränderungen in meinem Körper. Ich wurde nochmals untersucht und es wurde schnell klar, dass sich unser Kind in die richtige Position gedreht und der Muttermund sich innert kürzester Zeit vollständig eröffnet hat.
Die letzte Phase der Geburt stand an. Und auch während diesem letzten, strengen Kraftakt wurden wir wahnsinnig liebevoll und einfühlsam begleitet.
Rund zwei Stunden später und 24 Stunden nach den ersten Wehen durften wir unsere Tochter in die Arme schliessen. Was für ein schönes Gefühl!
Die Geburt verlief stimmig und kraftvoll, und ich fühlte mich durchgehend liebevoll begleitet und getragen.

Nach etwa vier Stunden, kehrten wir ins Geburtshaus zurück. Mit dem Taxi fuhren wir zurück ins Delphys, wo wir erneut herzlich empfangen wurden. In unserem Wochenbettzimmer angekommen, durften wir wundervolle erste Tage als Familie verbringen – geprägt von liebevoller Betreuung, feinem Essen und einer geborgenen Atmosphäre.

Auch wenn unsere Reise anders verlief als ursprünglich geplant, blicke ich heute mit grosser Dankbarkeit darauf zurück. Ich durfte eine selbstbestimmte Geburt erleben, die uns auf ihre eigene Weise zu unserem grössten Glück geführt hat.

Von Herzen danken wir dem gesamten Delphys-Team für die einfühlsame Begleitung während der Schwangerschaft, der Geburt, im Wochenbett und in der Rückbildung. Wir haben uns jederzeit gesehen, ernst genommen und getragen gefühlt.